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Urintest in der Schwangerschaft

Urintest in der Schwangerschaft


Die meisten Gynäkologen halten Urintests bei schwangeren Frauen für obligatorisch. Der erste Urintest wird beim ersten Schwangerschaftsbesuch durchgeführt und mindestens zweimal wiederholt, einmal im zweiten und einmal im dritten Trimester. Bei pathologischen Veränderungen des Urins kann der Test nach Empfehlung des Facharztes mehrmals wiederholt werden.

Eine Harnwegsinfektion bei schwangeren Frauen kann eine Reihe von Komplikationen verursachen, weshalb sie rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden muss. Sogar eine asymptomatische Harnwegsinfektion (ohne klinische Symptome) kann bei schwangeren Frauen schwerwiegende Komplikationen hervorrufen. Daher ist eine Urinuntersuchung bei allen schwangeren Frauen obligatorisch.

Wenn die Zusammenfassung des Urins oder der Urokultur geändert wird, werden die für die Harnwegsinfektion verantwortlichen Keime identifiziert und das Antibiotikum gemäß dem Antibiogramm verabreicht.

Bei jedem vorgeburtlichen Besuch wird eine Urinuntersuchung empfohlen. Dabei wird Folgendes beachtet:

- Glykosurie (die Menge an Glukose im Urin) kann bei schwangeren Frauen vor allem in den letzten Monaten der Schwangerschaft ohne pathologische Konnotation auftreten. Eine große Menge an Glukose im Urin kann jedoch auf Schwangerschaftsdiabetes hinweisen, eine Erkrankung, die bei schwangeren Frauen recht häufig ist.

Wenn Ihr Hausarzt oder Geburtshelfer während Ihres Urintests Veränderungen Ihres Blutzuckerspiegels feststellt, können Sie einen Glukosetoleranztest empfehlen, der Ihre Diagnose eines Schwangerschaftsdiabetes bestätigen oder widerlegen kann.
Selbst wenn keine Glukose im Urin vorhanden ist, kann der Arzt die Durchführung eines Glukosetoleranztests zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche empfehlen, um Schwangerschaftsdiabetes auszuschließen, der zu Komplikationen führen kann.

- Proteinurie (die im Urin ausgeschiedene Proteinmenge) kann auf pathologische Situationen hinweisen, wie z. B. eine Infektion der Harnwege (Pyelonephritis), Glomerulonephritis (Entzündung der Nierenglomeruli), Präeklampsie und Eklampsie (schwangerschaftsbedingte Hypertonie).
Alle diese Erkrankungen sind schwerwiegend und müssen so schnell wie möglich behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden, die das Leben der schwangeren Frau bzw. des Fötus gefährden könnten.

- Harn-Keton-Körper (Verbindungen des Abbaus der Energiereserven des Körpers). Diese Verbindungen treten im Urin auf, wenn dem Körper Energie aus kohlenhydratreichen Nahrungsmitteln entzogen wird und sekundäre Stoffwechselwege für die Energieerzeugung aktiviert werden. Ketonkörper erscheinen in bestimmten pathologischen Situationen im Urin, am häufigsten bei Menschen mit Diabetes.
Jede schwangere Frau, die an Übelkeit, Erbrechen und Gewichtsverlust (Symptome von Diabetes) leidet, muss einen Urintest durchführen, um Ketonkörper auf diesem Niveau zu identifizieren.
Das Vorhandensein von Ketonkörpern im Urin weist normalerweise auf das Vorhandensein von nicht kompensiertem, unbehandeltem Diabetes hin, was zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann.

- Blutungen und Bakteriensind pathologische Elemente, die normalerweise nicht im Urin zu finden sind und auf das Vorliegen einer Harnwegsinfektion hinweisen. Auch Nitrite und Enzyme, die im Urin identifiziert wurden, können eine Harnwegsinfektion bedeuten, die untersucht und richtig behandelt werden muss.

Hinweis: Die Bestimmung von Proteinurie und Glykosurie wird routinemäßig in jeder Schwangerschaft durchgeführt, wobei Ketonkörper, rote Blutkörperchen, Nitrite und Bakterien nur in bestimmten Situationen durchsucht werden, in denen eine bestimmte Pathologie vermutet wird.

Urokultur und Urinzusammenfassung

Die Urinzusammenfassung ist ein Test, der bei jedem Schwangerschaftsbesuch in der Regel dreimal während der Schwangerschaft durchgeführt wird. Für ein echtes Ergebnis ist es notwendig, dass jede schwangere Frau weiß, wie man die Urinprobe richtig sammelt.

Es ist notwendig, die Vulva mit Seife und Wasser zu desinfizieren, um eine Kontamination des Urins mit Vaginalsekreten zu vermeiden. Danach sammelt die Frau eine Menge Urin (die Frau uriniert einige Milliliter in der Toilette und sammelt eine kleine Menge aus dem mittleren Strahl in dem sterilen Behälter).

Am besten ist es, wenn die Urinprobe direkt im Krankenhaus nach vorheriger Hygiene mit Wasser oder Intimhygieneservietten gesammelt wird.

Die Identifizierung bestimmter Harnbestandteile kann an Ort und Stelle erfolgen, nachdem mit speziellen Reagenzien imprägnierte Spezialstäbchen in den Urin eingebracht wurden, deren Farbe der Zusammensetzung des Urins entspricht.

Andere harnpathologische Komponenten können im Labor durch spezielle biochemische Reaktionen (Proteinurie, Ketonkörper) oder durch Analyse des Urins unter dem Mikroskop (Bakterien, Hämatome, Leukozyten) nachgewiesen werden.

Die zur Durchführung der Urokultur erforderliche Urinprobe sollte auf die gleiche Weise wie für die Urinzusammenfassung entnommen werden und nicht unbedingt in einem sterilen Behälter, der aus dem Krankenhaus stammt oder in der Apotheke gekauft werden kann.

Die Urokultur wird bei allen schwangeren Frauen durchgeführt, bei denen Symptome auftreten, die für eine Harnwegsinfektion typisch sind (Schmerzen im Urin, häufiges Wasserlassen, Harninkontinenz, Fieber, Schmerzen im Unterbauch usw.) oder bei denen typische Veränderungen in der Zusammenfassung der Harnwege beobachtet werden (Identifizierung von Leukozyten, roten Blutkörperchen, Nitriten). oder Proteine ​​im Urin).

Um die für die Harnwegsinfektion verantwortlichen Bakterien zu identifizieren, sollte die Urinprobe auf ein Kulturmedium ausgesät und dann unter einem Mikroskop analysiert werden.

Wenn der Urin infiziert ist, wird das Antibiogramm auch durchgeführt, um genau zu bestimmen, gegen welches Antibiotikum das Bakterium empfindlich ist und welches zur Behandlung der Infektion verabreicht werden muss.

Die Urokultur mit Antibiogramm benötigt 48-72 Stunden, um die empfindlichen Keime bzw. Antibiotika zu identifizieren.

Wenn die Infektion schwerwiegend ist und der Arzt der Ansicht ist, dass die Behandlung sofort begonnen werden sollte, werden bestimmte Antibiotika empirisch verabreicht, bis das Antibiogramm bestätigt ist. Schwangere sollten wissen, dass nicht jedes Antibiotikum während der Schwangerschaft verabreicht werden kann. Einige Antibiotika sind kontraindiziert, da sie für den Fötus toxisch sein können.

Schwangere Frauen, die wegen einer Harnwegsinfektion behandelt wurden, wiederholen das Antibiogramm während der gesamten Schwangerschaft mehrmals, um einen möglichen Rückfall festzustellen. Insbesondere werden Frauen mit rezidivierenden Harnwegsinfekten, Nierenfehlbildungen, Nierenerkrankungen oder anderen Erkrankungen der Harnwege überwacht.